
27. September bis 22. November 2026
Thomas Klingenstein
Möcht´ ich zum Augenblicke sagen, verweile doch
Thomas Klingenstein – Bilder der inneren Wirklichkeit
Thomas Klingensteins Arbeiten entziehen sich schnellen Zuschreibungen. Sie kreisen nicht um Stil als Selbstzweck, sondern um Atmosphäre, Wahrnehmung und die Essenz eines Moments. Seine Bilder suchen weniger das Sichtbare als das, was hinter dem Sichtbaren liegt – jene innere Geschichte, die sich zwischen Präzision und Offenheit, Gegenständlichkeit und Andeutung entfaltet.
Seine Bildsprache ist unverwechselbar und zugleich von großer Offenheit. Filigrane Linien, reduzierte Flächen und fein abgestufte Farbräume stehen neben expressiveren malerischen Passagen. Strenge Kompositionen gehen in schwebende Atmosphären über, detailreiche Zeichnung trifft auf bewusste Reduktion. Besonders in den jüngeren Arbeiten entfalten Licht, Farbe und Raum eine neue Freiheit, ohne die charakteristische Konzentration und Präzision seines Werks aufzugeben.
Ebenso charakteristisch ist Thomas Klingensteins Arbeitsprozess. Seine Bilder entstehen selten spontan im Sinne eines einmaligen Augenblicks, sondern wachsen über Tage, Wochen oder manchmal noch länger. Ein inneres Bild reift, verändert sich und tritt in einen Dialog mit dem entstehenden Werk, das im Verlauf seiner Entstehung ein Eigenleben entwickeln kann. Intuition, konzentrierte Beobachtung und bewusste Entscheidungen verbinden sich dabei mit Offenheit für das Unerwartete. Der Arbeitsprozess ist meditativ und kontemplativ – geprägt von der Suche nach jenem Ausdruck, der das Atmosphärische und Wesentliche eines Motivs erfahrbar werden lässt.
Über Jahrzehnte hat Thomas Klingenstein eine eigenständige künstlerische Handschrift entwickelt, geprägt von kulturellen Erfahrungen, philosophischem Denken und einer außergewöhnlichen Sensibilität für menschliche Präsenz. Ob Porträt, Landschaft oder abstrakte Komposition – stets geht es um das Berührbare im Unsichtbaren, um jene Momente, in denen ein Bild mehr erzählt, als es zeigt. Seine Werke lassen Raum für Mehrdeutigkeit und laden den Betrachter ein, eigene Wahrnehmungen und Erinnerungen in das Bild hineinzutragen.
Die Ausstellung eröffnet einen Einblick in einen vielschichtigen Werkkosmos, der sich jeder schnellen Einordnung entzieht. Thomas Klingensteins Arbeiten verlangen Aufmerksamkeit und belohnen sie mit einer außergewöhnlichen atmosphärischen Dichte – zeitlos, konzentriert und von einer stillen Intensität, die lange nachwirkt.
Thomas Klingenstein ist zu Gast in der Reihe:
Kunstgespräch in der Kirche am Stölpchensee der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Wannsee • 25. September 2026 | 18h
Der Maler Thomas Klingenstein ist im Gespräch mit Dr. Friederike Südmeyer (Kunsthistorikerin) und Jens Kunath (Galerist) zum Thema Spiritualität, Glaube und Transzendenz in seinem Werk
Vernissage • 27. September 2026 | 15h
Öffnungszeiten der Galerie
Do|Fr 14-18h
Sa|So 12-17h
Bildergalerie
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