Susanna Kraus

Susanna Kraus und Annegret Kohlmayer • Fotogramm

Susanna Kraus (1957-2025) ist eine Künstlerin, die mit unermüdlicher Neugier, ästhetischem Feingefühl und tiefem Verständnis für Licht und Schatten eine einzigartige Verbindung von Kunst, Technik und menschlicher Selbsterkenntnis schafft. Ihre Fotografien sind nicht nur Abbilder – sie sind kunstvolle, zeitlose Porträts, die das Innere der Menschen nach außen kehren und eine Begegnung mit der eigenen Wahrheit ermöglichen. Ihre Werke sind eine Auseinandersetzung mit der Selbstwahrnehmung und der menschlichen Existenz, die frei von Retusche und digitalen Manipulationen den Moment in seiner reinsten Form einfangen.

Geboren in München und geprägt von ihrer Mutter, der Modefotografin Karin Kraus, hat Susanna Kraus früh einen engen Bezug zur Fotografie entwickelt. Sie erhält Einblicke in die analoge Fotografie – vom Set bis zur Dunkelkammer – und beginnt in den 1980er Jahren eine Schauspielausbildung, bevor sie 25 Jahre lang auf verschiedenen Bühnen sowie für Film und Fernsehen arbeitet. Ihr künstlerisches Schaffen verlagert sich jedoch Ende der 2000er Jahre immer mehr auf die Fotografie, in der sie mit Leidenschaft und Hingabe neue Wege geht.

Ein zentraler Bestandteil ihrer Kunst ist die weltweit einzigartige IMAGO Camera – eine von ihrem Vater, dem Physiker Werner Kraus, in den 1970er Jahren erfundene, großformatige, begehbare Sofortbildkamera. Diese Kamera ermöglicht lebensgroße, analoge Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die Susanna Kraus als Kunstform begreift. Sie entwickelt den speziellen fotografischen Prozess dieser Kamera stetig weiter und schafft mit ihr Porträts und Stillleben, die sich in ihrer Intensität und Schlichtheit zu kraftvollen, persönlichen Ausdrucksformen entwickeln.

Mit der IMAGO Camera öffnet Susanna Kraus einen Raum, in dem Menschen sich selbst begegnen können – ohne Masken, ohne Filter. Ihre Fotografie ist geprägt von einem respektvollen Umgang mit der Wahrhaftigkeit der Selbstwahrnehmung, indem sie den Blick auf die Tiefe der menschlichen Existenz richtet. Doch Kraus ist nicht nur eine Künstlerin, sondern auch eine unermüdliche Experimentatorin, die ihre Kamera als Plattform für kreative Auseinandersetzungen mit anderen Künstlern zur Verfügung stellt. Sie schafft einen Raum für Kollaboration und Innovation, der es ermöglicht, die analoge Fotografie weiterzuentwickeln und zu erleben.

Ihre Arbeiten werden international ausgestellt, unter anderem in der Pinakothek der Moderne in München, im ZKM Karlsruhe, an der KHM Wien und im Abgeordnetenhaus Berlin. Susanna Kraus‘ künstlerisches Werk und ihr Innovationsdrang führen sie weit über die Grenzen der klassischen Fotografie hinaus. Ihre Arbeiten sind von einem tiefen Respekt für das analoge Medium getragen, dessen Einzigartigkeit und ästhetische Wirkung sie in jeder Aufnahme erlebbar macht.

Susanna Kraus hinterlässt ein bleibendes Vermächtnis – ihre Fotografien, die in ihrer tiefen Menschlichkeit, Poesie und Präzision weiterhin zum Innehalten und zur Selbstbegegnung einladen. Ihre Kunst ist nicht nur eine fotografische Technik, sondern eine Einladung zur Wahrhaftigkeit, die uns dazu anregt, unser Inneres in einer Welt voller Oberflächlichkeiten zu erkennen.

In Zusammenarbeit mit der Wiener Photographin Annegret Kohlmayer (Dozentin an der Höheren Graphischen Versuchs- und Lehranstalt Wien) schuf sie 2017 unter Anwendung unterschiedlichster analoger Techniken ganz irreal anmutende botanische Photographien mit experimentellen Blumen- und Pflanzensujets, welche im Frühjahr 2022 in der Galerie Mutter Fourage gezeigt wurden. Annegret Kohlmayer unterstützte Susanna Kraus viele Jahre beim Ausloten der fotografischen Möglichkeiten der IMAGO Camera und hat damit wesentlich zum Erfolg von IMAGO beigetragen.

Galerie

Weitere KünstlerInnen der Galerie:

Philipp

Franck

(1860–1944)

Max

Liebermann

(1847–1935)

Franz

Heckendorf

(1888–1962)