11. Mai bis 3. August 2025

NEUE ASPEKTE?

Künstlerinnen von der Secession bis in die Gegenwart

Wir zeigen eine Ausstellung, die das Schaffen herausragender Künstlerinnen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute in den Fokus rückt. Unter dem Titel „Neue Aspekte? – Künstlerinnen von der Secession bis in die Gegenwart“ werden Werke von Frauen präsentiert, die gegen die gesellschaftlichen Widerstände ihrer Zeit anmalten und sich ihren Platz in der Kunstwelt erstritten.

Oft voller Spott als „Malweibchen“ bezeichnet, waren die Ausbildungsmöglichkeiten für Frauen um 1900 stark eingeschränkt. Der Wunsch, sich professionell der Kunst zu widmen, wurde in der kaiserzeitlichen Gesellschaft häufig als unpassend betrachtet. Der Architekt und Karikaturist Bruno Paul brachte es 1901 auf den Punkt: „Die einen möchten heiraten und die anderen haben auch kein Talent.“ Trotz solcher Vorurteile setzten sich einige Frauen durch und hinterließen beeindruckende künstlerische Werke. Die Ausstellung widmet sich unter anderem drei Pionierinnen der deutschen Kunstszene: Dora Hitz, Julie Wolfthorn und Lotte Laserstein.

Dora Hitz (1853-1924) – Eine Wegbereiterin der Moderne

Dora Hitz prägte die Berliner Kunstszene um 1900 entscheidend mit. Als Mitbegründerin der Berliner Secession war sie Teil der avantgardistischen Kunstbewegung und eine geschätzte Porträtistin. Ihre Werke wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch international ausgestellt. Zudem leitete sie eine eigene Malschule, in der sie junge Künstlerinnen unterrichtete. Trotz ihrer einstigen Berühmtheit ist ihr Name heute nur wenigen bekannt.

Julie Wolfthorn (1864-1944) – Die Vielseitige

Julie Wolfthorn war eine der aktivsten Künstlerinnen der Berliner Secession und eine gefragte Porträtistin. Sie setzte sich intensiv für die Gleichberechtigung von Künstlerinnen ein und war Mitglied in mehreren Frauenverbänden. Ihre Werke, die Porträts, Landschaften und Stadtansichten umfassen, waren in bedeutenden Ausstellungen zu sehen. Ihr Schicksal nahm jedoch eine tragische Wendung: Als jüdische Künstlerin wurde sie 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie 1944 starb. Ihr künstlerisches Erbe wurde lange Zeit vernachlässigt, erlebt aber heute eine verdiente Wiederentdeckung.

Lotte Laserstein (1898-1993) – Meisterin der Porträtkunst

Lotte Laserstein war eine der talentiertesten Malerinnen der Weimarer Republik. Ihre Werke zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Sensibilität und Realismus aus. Sie schaffte es mit ihren Arbeiten, den Umbruch ihrer Zeit festzuhalten. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihr als Jüdin der Zugang zur deutschen Kunstszene verwehrt, und sie floh 1937 nach Schweden, wo sie bis zu ihrem Lebensende arbeitete. Erst in den letzten Jahrzehnten erfährt ihr Werk eine gebührende Anerkennung.

Weitere Künstlerinnen der Ausstellung

Neben diesen bekannten Pionierinnen der Kunstgeschichte widmet sich die Ausstellung auch weiteren herausragenden Künstlerinnen, die auf vielfältige Weise das Kunstgeschehen geprägt haben: Anna Ottonie Jacobi (Annot), Alma del Banco, Lucie Beschütz, Herta Günther, Charlotte Hartmann-Langewall, Käthe Kollwitz, Sabine Lepsius, Lou Albert-Lasard, Elfriede Lauckner-Thum, Eleonore Lingnau-Kluge, Käthe Loewenthal, Elfriede Lohse-Wächtler, Jeanne Mammen, Maria Neppert-Boehland, Eleonora Rozanek, Thea Schleusner, Maria Slavona, Erna Schmidt-Caroll, Ilske Schwimmer, Gretchen Wohlwill, Augusta von Zitzewitz, und bis in die Gegenwart mit Arbeiten von Monika Brachmann, Angela Hampel, Gisa Hausmann, Sue Hayward, Halina Hildebrand, Beate Kicherer, Tanja Nittka, Cornelia Schleime und Simone Westphal.

Diese Künstlerinnen bringen eine breite Vielfalt an Stilen, Techniken und Themen mit sich und verdeutlichen die Bandbreite weiblicher Kunstproduktion von der Moderne bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung in der Galerie Mutter Fourage rückt diese außergewöhnlichen Frauen in den Focus und trägt damit dazu bei, das künstlerische Schaffen von Frauen, das allzu oft in Vergessenheit geriet, wieder sichtbar zu machen.

Öffnungszeiten
Donnerstag und Freitag | 14 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag | 12 bis 17 Uhr

Diese Ausstellung wird in neuer Gestaltung thematisch weitergeführt bis zum 3. August 2025. Es ist ein Katalog erschienen, welcher in der Galerie erworben werden kann.

Vom 7. bis 31. August 2025 bleibt die Galerie geschlossen. Die nächste Ausstellung eröffnet am 14. September 2025.

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